Einspruch, Stundung und weitere Schreiben an das Finanzamt

Steuererklärungen geben Sie über ELSTER, das kostenlose Portal der Steuerverwaltung, ab; Vorlagen dafür gibt es hier nicht. Anträge und Einwände an das Finanzamt sind dagegen formlose Schreiben, per Post oder über ELSTER als „Sonstige Nachricht“. Der Einspruch gegen den Steuerbescheid muss binnen eines Monats nach Bekanntgabe eingehen (§ 355 AO). Ein per Post versandter Bescheid gilt seit 2025 am vierten Tag nach der Aufgabe zur Post als bekannt gegeben, und eine Frist, die an einem Wochenende oder Feiertag endet, läuft bis zum nächsten Werktag. Der Einspruch kann schriftlich, elektronisch – auch per einfacher E-Mail – oder zur Niederschrift eingelegt werden (§ 357 AO); er ist auch gegen einen Kindergeldbescheid der Familienkasse gegeben.

Der Einspruch hält die Zahlung nicht auf (§ 361 AO). Die Aussetzung der Vollziehung lässt sich im Einspruch mit beantragen; sie soll bei ernstlichen Zweifeln am Bescheid oder unbilliger Härte gewährt werden und kostet 0,5 % Zinsen je vollen Monat, wenn der Einspruch scheitert. Bleibt eine Steuer nach Fälligkeit unbezahlt, fällt für jeden angefangenen Monat ein Säumniszuschlag von 1 % an (§ 240 AO). Wäre die Zahlung bei Fälligkeit eine erhebliche Härte, kann das Finanzamt sie auf Antrag stunden und Raten zulassen (§ 222 AO), gegen Stundungszinsen von 0,5 % im Monat. Die Einkommensteuer-Vorauszahlungen sind am 10. März, 10. Juni, 10. September und 10. Dezember fällig; sinkt das Einkommen, passt das Finanzamt sie auf Antrag an die voraussichtliche Steuer an (§ 37 EStG).

Die Fristverlängerung für die Steuererklärung nach § 109 AO kann auch rückwirkend gewährt werden und schließt dann einen Verspätungszuschlag aus; setzt das Finanzamt ihn fest, beträgt er bei Jahreserklärungen mindestens 25 € je angefangenem Monat (§ 152 AO). Wer eine freiberufliche Tätigkeit aufgibt, teilt das dem Finanzamt binnen eines Monats mit (§ 138 AO); dafür ist die Mitteilung über die Aufgabe gedacht; ein Gewerbe wird auf dem amtlichen Vordruck beim Gewerbeamt abgemeldet. Der Verzicht auf die Kleinunternehmerregelung bindet mindestens fünf Kalenderjahre; danach führt der Widerruf vom Beginn eines Kalenderjahres an zu ihr zurück. Die Bescheinigung in Steuersachen, die etwa bei öffentlichen Ausschreibungen verlangt wird, zeigt das Steuerkonto am Tag der Ausstellung. Rechnungen finden Sie bei den Vorlagen für Unternehmen.

Die Dokumente

7 Vorlagen zum Ausfüllen oder Herunterladen.

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Antrag auf Herabsetzung der Einkommensteuer-Vorauszahlungen

Ihr Antrag an das Finanzamt, die vierteljährlichen Einkommensteuer-Vorauszahlungen nach § 37 Abs. 3 EStG an ein niedrigeres Einkommen anzupassen – nach Auftragsrückgang, höheren Betriebsausgaben, Elternzeit, Krankheit oder dem Ende einer Tätigkeit. Das Schreiben nennt das Jahr, die bisherige und die beantragte Vorauszahlung und die erwarteten Einkünfte, begründet die Änderung, bezieht Solidaritätszuschlag und Kirchensteuer ein und bittet um Erstattung zu viel gezahlter Beträge. Für Selbstständige, Freiberufler und Vermieter; per Post oder als „Sonstige Nachricht“ über ELSTER.

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Antrag
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Antrag auf eine Bescheinigung in Steuersachen

Ihr Antrag an das Finanzamt auf eine Bescheinigung in Steuersachen, oft auch steuerliche Unbedenklichkeitsbescheinigung genannt – verlangt bei öffentlichen Ausschreibungen, für die Gaststättenerlaubnis und andere gewerberechtliche Erlaubnisse oder von Banken. Sie gibt wieder, ob Steuerrückstände bestehen und ob die Steuererklärungen abgegeben sind, und zwar am Tag der Ausstellung. Das Schreiben nennt Steuernummer, Zweck und den Termin, bis zu dem Sie die Bescheinigung brauchen. Ein amtlicher Vordruck ist nicht vorgeschrieben; per Post oder als „Sonstige Nachricht“ über ELSTER.

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Antrag
Steuern und Finanzen
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Widerruf des Verzichts auf die Kleinunternehmerregelung

Mit diesem Schreiben kehren Sie zur Kleinunternehmerregelung des § 19 UStG zurück, nachdem Sie auf sie verzichtet und Ihre Umsätze regulär versteuert haben. Der Verzicht bindet mindestens fünf Kalenderjahre; danach kann er nur mit Wirkung vom Beginn eines folgenden Kalenderjahres widerrufen werden. Das Schreiben nennt das Jahr des Verzichts und das Jahr, ab dem die Regelung wieder gelten soll, und legt dar, dass die Umsatzgrenzen von 25.000 € und 100.000 € eingehalten werden. Eine „Abmeldung“ von der Umsatzsteuer gibt es nicht – das hier ist der Weg zurück zur Steuerfreiheit.

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Mitteilung und Aufforderung
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Einspruch gegen den Steuerbescheid

Ihr Einspruch gegen einen Bescheid des Finanzamts – etwa den Einkommensteuer-, Umsatzsteuer- oder Grundsteuerwertbescheid – oder gegen einen Kindergeldbescheid der Familienkasse. Die Frist beträgt einen Monat ab Bekanntgabe; ein mit der Post geschickter Bescheid gilt seit 2025 erst am vierten Tag nach der Aufgabe zur Post als bekannt gegeben (§§ 355, 122 AO). Das Schreiben bezeichnet den Bescheid, sagt, was geändert werden soll, begründet den Einspruch oder kündigt die Begründung an und kann zugleich die Aussetzung der Vollziehung beantragen, denn der Einspruch allein stoppt die Zahlung nicht.

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Beschwerde und Widerspruch
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Stundungsantrag mit Ratenzahlung für Steuerschulden

Ihr Antrag an das Finanzamt, fällige Steuern nach § 222 AO zu stunden und in Raten oder später zu zahlen, wenn die Zahlung bei Fälligkeit eine erhebliche Härte wäre – etwa nach einer hohen Nachzahlung, einem Auftragsausfall oder einer Krankheit. Das Schreiben nennt Steuerart, Zeitraum, Betrag und Fälligkeit, schlägt einen Zahlungsplan vor, begründet die Härte, gibt einen Überblick über Einnahmen, Ausgaben und Vermögen und äußert sich zur Sicherheitsleistung. Stundungszinsen von 0,5 % im Monat sind günstiger als Säumniszuschläge von 1 %. Per Post oder über ELSTER.

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Antrag
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Mitteilung über die Aufgabe der freiberuflichen Tätigkeit

Das Schreiben an das Finanzamt, mit dem Sie die Aufgabe Ihrer freiberuflichen Tätigkeit mitteilen – etwa in der Übersetzung, Architektur, Beratung, Lehre oder im Journalismus. § 138 Abs. 1 und 4 AO verlangt diese Mitteilung innerhalb eines Monats; einen amtlichen Vordruck dafür gibt es nicht. Es nennt Steuernummer, Art der Tätigkeit und den letzten Tag, sagt, ob die Praxis aufgegeben oder verkauft wird, klärt die Umsatzsteuer-Voranmeldungen und beantragt die Anpassung der Vorauszahlungen. Per Post oder als „Sonstige Nachricht“ über ELSTER.

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Mitteilung und Aufforderung
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Antrag auf Fristverlängerung für die Steuererklärung

Ihr Antrag an das Finanzamt, die Frist zur Abgabe der Einkommensteuer-, Umsatzsteuer- oder einer anderen Steuererklärung nach § 109 AO zu verlängern – etwa wegen Krankheit, fehlender Unterlagen oder eines Umzugs. Für die Erklärungen 2025 lief die Frist ohne Steuerberatung bis zum 31.07.2026. Das Schreiben nennt Erklärung, Jahr, bisherige und gewünschte Frist und den Grund und bittet hilfsweise um rückwirkende Verlängerung, damit kein Verspätungszuschlag von mindestens 25 € je Monat festgesetzt wird. Per Post, Fax oder als „Sonstige Nachricht“ über ELSTER.

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